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Auf dem früheren Klinikareal in Waiblingen rollen ab jetzt die Bagger

Erster Baggerbiss auf dem Klinikareal Waiblingen

Die Bauarbeiten beginnen mit der Erschließung der zukünftigen Alfred-Leikam-Straße. Landrat Dr. Sigel und OB Hesky packten beim Baggerbiss mit an.

Mit einem symbolischen Baggerbiss haben der Landrat des Rems-Murr-Kreises, Dr. Richard Sigel, und der Oberbürgermeister der Stadt Waiblingen, Andreas Hesky, am heutigen Montag, 23. Juli 2018, den Baubeginn für die Neu-Erschließung des ehemaligen Klinikareals in Waiblingen eingeläutet. Der Baubeginn wurde im Beisein von Vertretern von Stadt und Landkreis, der Kreisbaugesellschaft, der Grundstückserwerber GWG und Siedlungswerk, zahlreicher Architekten und Fachingenieure sowie vieler Anwohner und Nachbarn begangen.

Landrat Dr. Richard Sigel sagte beim Start der Erschließungsarbeiten: „Zehn Jahre nach dem Kreistagsbeschluss zur Schließung der Kliniken in Waiblingen und Backnang können wir heute ein neues Kapitel in der Geschichte dieses Geländes aufschlagen: Mit den Erschließungsarbeiten bringen wir modernes Wohnen in bester Waiblinger Stadtlage auf den Weg – samt passender Infrastruktur wie der viergruppigen Kindertagestätte.“

“Es hat sich gelohnt, lang und intensiv zu planen“, sagte Oberbürgermeister Andreas Hesky. „Die Nachnutzung auf dem Areal des früheren Krankenhauses kann sich sehen lassen und ist ein wichtiger Baustein der Stadtentwicklung, mit Impulsen vor allem für den Wohnungsmarkt. Das enge Miteinander zwischen dem Landkreis und der Stadt Waiblingen ist vorbildlich.”

Dirk Braune, Geschäftsführer der Kreisbaugesellschaft: „Heute schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass das ehemalige Klinikareal mit einem freundlichen Gesicht der ehrwürdigen Waiblinger Altstadt entgegen lächelt.“

Nach dem Betriebsende des ehemaligen Waiblingen Krankenhauses im Juli 2014 und dem Abbruch der Bestandsgebäude werden in den kommenden Monaten durch das Winnender Tiefbauunternehmen Klöpfer GmbH & Co. KG die baulichen Voraussetzungen für die künftige Nutzung der drei Hektar großen Fläche geschaffen. Bis zum Jahresende 2018 werden entlang der künftigen Alfred-Leikam-Straße, die das Wohngebiet ringförmig erschließen wird, neue Wasser-, Strom-, Fernwärme und Telekommunikationsleitungen verlegt, ferner neue Abwasserkanäle für die über 200 neuen Wohnungen, die dort errichtet werden sollen.

Ziel ist es, bis zum Jahresbeginn 2019 die Alfred-Leikam-Straße mit einer „Tragschicht“ so herzustellen, dass sie für Baufahrzeuge befahrbar ist. Der spätere Endbelag der Straße soll genauso wie die Randsteine der Gehwege und die Straßenbeleuchtung erst nach Abschluss der Baumaßnahmen für die Wohngebäude hergestellt werden. Auch der knapp 1.000 Quadratmeter große Spielplatz für das künftige Wohngebiet, der im nordwestlichen Bereich des Areals vorgesehen ist, wird bewusst mit einem Zeitverzug angelegt, da die Fläche in der Zwischenzeit noch für die Baulogistik benötigt wird. Die Neu-Erschließung des Areals samt Herstellung des Spielplatzes ist mit einem Kostenumfang von rund zwei Mio. Euro kalkuliert; die Kosten sind von der Kreisbaugesellschaft Waiblingen mbH zu tragen.

Verantwortlich für die Neu-Erschließung ist nämlich anders als in anderen Baugebieten nicht die Stadt Waiblingen, sondern die Kreisbaugesellschaft, an die der Rems-Murr-Kreis das Areal im Juli 2014 verkauft hatte. Die Kreisbaugesellschaft hatte daraufhin den Abbruch der Bestandsgebäude und die Projektentwicklung des Grundstücks vorangetrieben. Als „Erschließungsträgerin“ übernimmt die Kreisbaugesellschaft nun auch die Verantwortung für die bevorstehenden Erschließungsmaßnahmen und den Bau der Alfred-Leikam-Straße, die nach Fertigstellung an die Stadt übergeben wird. Die Stadt wird damit nach Abschluss aller Baumaßnahmen Eigentümerin der Alfred-Leikam-Straße mit allen Ver- und Entsorgungseinrichtungen und wird diese auch unterhalten.

Sämtliche damit verbundenen rechtlichen und technischen Fragen sind zwischen der Stadt Waiblingen und der Kreisbaugesellschaft durch einen „Erschließungs- und städtebaulichen Vertrag“ geregelt, der im Dezember 2017 beurkundet wurde. Der Vertrag umfasst Unterlagen im Umfang von zwei Aktenordnern. Mit dem „Satzungsbeschluss“ des Gemeinderats der Stadt Waiblingen über den Bebauungsplan für das Areal (22. März 2018) und der Veröffentlichung dieses Beschlusses hat der Bebauungsplan die so genannte Rechtskraft erlangt und bildet die bauplanungsrechtliche Grundlage für sämtliche Maßnahmen.

 

Hintergrund zum früheren Klinikareal:

Auf den insgesamt fünf Baufeldern entlang der Alfred-Leikam-Straße sind folgende Baumaßnahmen vorgesehen:

  •  Auf dem Baufeld Wohnen 1 (knapp 3.900 qm) beabsichtigt die Siedlungswerk GmbH Wohnungs- und Städtebau (Stuttgart) ab 2019 die Realisierung einer Bauträgermaßnahme. Das Siedlungswerk war im April 2015 zusammen mit dem planenden Architekturbüro Ackermann + Raff GmbH & Co. KG (Tübingen / Stuttgart) als Sieger aus dem von der Kreisbaugesellschaft zusammen mit der Stadt Waiblingen ausgelobten Architekten-Investoren-Wettbewerb hervorgegangen. In ihrer damaligen Beurteilung hatte die Wettbewerbsjury insbesondere die gelungene Gliederung des lang gestreckten Baukörpers entlang der Winnender Straße hervorgehoben.
  • Für das Baufeld Wohnen 2 (ca. 3.770 qm) hatte beim o. g. Wettbewerb die GWG Gesellschaft für Wohnungs- und Gewerbebau Baden-Württemberg AG (Stuttgart) mit einem Entwurf des Architekturbüros Steinhoff / Haehnel Architekten GmbH (Stuttgart) den Zuschlag erhalten. Die vorgesehene Gebäudestruktur der Bauträgermaßnahme ist geprägt durch kürzere Gebäudezeilen und Punkthäuser.
  • Auf dem Baufeld Wohnen 3 (ca. 3.200 qm) kommt wie beim Baufeld Wohnen 1 das Siedlungswerk mit einer Baumaßnahme nach den Plänen von Ackermann + Raff zum Zug.
  • Für das Baufeld Wohnen 4 (ca. 3.550 qm) ist ebenfalls – wie beim Baufeld Wohnen 2 – die GWG Bauherr. Die hier vorgesehene Gebäudestruktur der Bauträgermaßnahme greift auf den Gebäudetypus des Baufelds Wohnen 2 zurück, ergänzt um Stadthäuser in einer Reihenhausbebauung.
  • Das Baufeld Wohnen 5 (ca. 6.700 qm) wird die Kreisbaugesellschaft selbst bebauen. Planerische Grundlage ist der im Rahmen einer Mehrfachbeauftragung im April 2017 gekürte Entwurf des Architekturbüros Ackermann + Raff, das auch die Entwürfe für die Baufelder Wohnen 1 und 3 verantwortet. Neben 44 überwiegend öffentlich geförderten (preisgünstigen) Miet-und 37 Eigentumswohnungen ist im Objekt auch Platz für eine viergruppige Kindertagesstätte, die für die Dauer von mindestens 15 Jahren an die Stadt Waiblingen vermietet und von der Stadt selbst betrieben wird.
    Der Stadt Waiblingen wurde per Vertrag das so genannte „Belegungsrecht“ für 40 der Mietwohnungen übertragen, die allesamt durch Landesmittel gefördert und damit für mindestens 30 Jahre mit einem Preisabschlag von 33 % unter den üblichen Miethöhen vermietet werden.

Ergänzend zu der oben erläuterten Wohnbebauung wird auch künftig ein Teil des ehemaligen Klinikareals für öffentliche Zwecke (Verwaltungs- / Bürogebäude) genutzt: Mit der Generalsanierung und Erweiterung des Bestandsgebäudes Winnender Straße 27 hat die Kreisbaugesellschaft bereits 2015 in Richtung der Waiblinger Innenstadt eine städtebaulich prominente „Landmarke“ platziert. Das ehemalige Schwesternwohnheim wurde dem Land Baden-Württemberg als hoch modernes Bürogebäude übergeben und wird seit Frühjahr 2016 als Zentrales Grundbuchamt des Amtsgerichts Waiblingen genutzt.